Ok, eigentlich passt diese Überschrift nicht so ganz perfekt, aber die Idee finde ich garnicht mal so dumm (haben eigene Ideen aber wohl so an sich ;-) )

Und zwar hat man ja folgendes Problem: Man kann Texte lesen und schreiben, hat vielleicht auch schon das ein oder andere Paper auf Englisch veröffentlicht*. Aber wenn man dann Englisch reden will, steht man auf einmal vor einem Problem. Man hat seit der Schule kaum Englisch gesprochen, das Gegenüber spricht einen anderen Dialekt als die Lehrer, dazu kommt, dass man vor lauter Nervosität dann auch noch grundlegende Vokabeln vergisst… Nicht sehr angenehm.

Wenn man wie ich leider nicht zu den talentierten Sprachkünstlern gehört und/oder wirklich jahrelang nie so richtig Englisch sprechen musste, kann sowas durchaus ein Problem sein, egal ob man nur mal eben in New York den Weg sucht, in London einen Comic kaufen will oder man beim Bewerbungsgespräch ganz spontan einen englischsprachigen Kunden (am Besten ein native Speaker) angeln soll.

Was kann man dagegen tun? Nunja, das klassiche Vokabeln pauken ist gewiss nicht ganz unwichtig. Aber was bringt einem das, wenn man keine Routine im Sprechen der Sprache hat? Die einzige Abhilfe dagegen ist, dass man mit anderen Menschen Englisch spricht.
Die Kollegen auf der Arbeit wäre da schon mal ein Anfang, aber zum einem muss man die erstmal dazu animieren, und wer verspricht mir dann, dass deren Englisch überhaupt auf einem vernünftigem Konservationsniveau ist?

Eine andere Möglichkeit sind Sprachreisen, aber einmal die Woche USA oder England ist nicht billig. Einmal im Monat ein Wochenende in England ist dann schon eher Möglich, vielleicht in Kombination mit einem Kurzurlaub mit der Freundin. Aber wirklich billig ist das noch immer nicht. Worauf ich hinaus will ist sicherlich klar: Warum nicht einfach jemanden Anrufen und ein wenig quatschen?
In Zeiten von Skype ist das sogar weitestgehend kostenlos. Jetzt muss man nur noch jemanden finden, der bereit ist seine Zeit zu opfern um mit mir über irgend eine Thema zu reden und so hilfsbereit ist mein Englisch zu verbessern.

Gehen wir mal davon aus, dass jemand der Englisch spricht vielleicht auch sein Deutsch auf ähnliche Weise verbessern will. Das wäre doch super, dann könnte man über eine Kontaktbörse solche Leute vermitteln – Ich helfe dir mit deinem Deutsch, dafür verbesserst du mein Englisch.

Damit das ganze noch etwas flexibler wird kann man noch ein Credit- sowie Bewertungssystem einführen, und Tada, man hat eine tolle Web 2.0 Social Networking-mässige Applikation mit einem gewissen Mehrwert :-)

Die Kommunikation kann, wie gesagt, über Skype stattfinden. Wer sowieso einen Computer und eine Internetflat hat braucht dann im Worst-Case nurnoch Geld für ein Mikrofon und muss ansonsten nichts ausser ein wenig Zeit investieren.

Natürlich klappt das dann nicht nur mit Englisch/Deutsch sondern jeder kann eine Sprache, die er hinreichend gut kann ein wenig unterrichten und dafür in einer anderen Sprache etwas dazu Lernen.

Irgendwelche Ideen dazu? Hat jemand Lust sowas zu Implementieren? Oder gibt es sowas schon?

Hey, vielleicht sollte ich die Idee patentieren und kann so dann zur ISS fliegen? :-D

Inspiriert wurde ich übrigens von Slopjongs Post über One-Word-a-Day, was meiner Meinung nach zwar ganz nett ist, aber ohne einen fundierten Grundwortschatz nicht viel bringt ausser, dass man jeden Tag über ein mehr oder weniger schweres Wort rätseln kann ;-)

(* = ooooh, und bevor hier jemand glaubt, ich will behaupten, ich hätte ein Paper veröffentlicht. Nein, hab ich nicht… Kommt aber hoffentlich noch irgendwann.)

12 Responses to “Frischhaltefolie für’s gesprochene Englisch?”

  1. Slopjong Says:

    Hi Seb.

    Das One Word A Day Plugin ist eigentlich nur aus dem Grund entstanden, weil ich mal was kleines für die WordPress Community programmieren wollte. Ich versuche grad das Plugin- und Widget-Programmieren zu verbessern.

    Was du angesprochen hast, ist nicht neu. Mehr dazu wird’s in meinem neuen Beitrag geben. Ich setze später nen Trackback auf den Post.

  2. Raphael Says:

    Oder man meldet sich in einigen Communities in der Zielsprache an und nimmt schon mal schriftlich am Tagesgeschehen teil. Wenn man einige Leute näher kennt, kann man einfach, statt mit ihnen zu chatten, skypen.

    Eine Art Sprachpartnervermittlung wäre bestimmt auch was Nettes. Interessant wäre vielleicht ein Feature, dass ein Thema pro Abend oder alle paar Minuten (oder auf Anfrage?) ein Stichwort liefert, falls man nicht genug eigene Gesprächsthemen hat.

  3. Slopjongs weblog Says:

    How to improve my English?…

    Seb brought some ideas up in his post but none of the listed ones below are new for me.

    To learn new words is not unimportant but the only way to improve is to speak it.
    I agree. That’s why I’m looking for every chance to practise it. You …

  4. Archimedes Says:

    @Raphael: Ja, genau sowas hab ich mir auch gedacht. Nicht ganz egoistisch, gebe ich zu, denn mir selbst fällt es nicht immer leicht mit anderen Leuten auf Deutsch spontan ein Gesprächsthema zu finden, und im Englischen ist es natürlich dann unter Umständen noch schlimmer.
    Das mit der Community in der Zielsprache setze ich einfach mal vorraus, da kann jeder drauf kommen und sowas kann man schlecht als Webanwendung umsetzen, dazu reicht Gehirn einschalten und Google benutzen :-D

    @Slopjong: Natürlich ist das nicht neu. Aber mir ist auf Anhieb keine Internetplatform für soetwas bekannt, wobei ich danach auch nicht gesucht habe, gebe ich zu.
    Deine Bemühungen für die Word-Press-Community finde ich übrigens gut, sowohl Plugin, als auch OWAD sind ja definitiv nicht schlecht. Wie auch schon bei dir kommentiert: Freue mich auf das Quiz :-)

  5. Q-Rai Says:

    “Ich helfe dir mit deinem Deutsch, dafür verbesserst du mein Englisch.”
    Nennt sich auch Tandem und das gibt es glaub ich an den meisten Unis (zumindest allen, die ich kenne; für unsere: http://www.uni-kl.de/wcms/3493.html )

    Noch ne Idee: Auslandsemester. Falls man Anspruch auf BaFöG hat, ist es auch nicht mehr sooo teuer.
    Vorlesungen auf Englisch haben mir doch noch recht viel gebracht, trotz bilingualem Zweig an der Schule, diversen Austauschen, sowie Model United Nations ;)

  6. Archimedes Says:

    @Q-Rai: Ja, das mit dem Tandem kannte ich noch nicht, d.h. weder das Tandemprinzip noch das Tandem hier bei uns an der Uni. Aber letzteres ist halt auch wieder sowas, was eher an Studenten ausgerichtet ist (anscheinend bietet zumindest mal unser Tandem den Service auch für Nicht-Studis an, aber ob jetzt so viele Menschen auf die Idee kommen, dass sie so etwas an einer Uni finden an der sie nicht eingeschrieben sind…? Ich mein, ich studiere schon eine ganze Weile hier und hab noch nicht einmal was davon gehört, aber ich bin wohl auch eher weniger repräsentativ für so etwas.)
    Und klar, Auslandssemester ist natürlich noch besser als einfach mal eine Woche Ausland, da man an der Uni viel mehr vom alltäglichen Leben mitbekommt als wenn man als Tourist da ist ;-)
    Aber das ist auch wieder etwas, was sich eher für Studenten anbietet.

    @Raphael: Da hast du mich erwischt. Ich hab mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt, ausser “hm, das ist doch eigentlich keine blöde Idee” und dann mal meine Gedanken nieder geschrieben.

    Ich werde den Artikel in nächster Zeit dahingehend ein wenig erweitern, wobei ich jetzt nicht weiß inwiefern Sprachen Lernen hier an der Uni nicht besser in einem eigenem Artikel aufgehoben wäre, wobei ich mal vermute, dass ich dafür eigentlich noch weniger qualifiziert bin als für einen Artikel über Sprachen online Lernen… hm…

  7. Slopjong Says:

    Eine Woche “Weiterbildungsurlaub” bietet sich für Leute an, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben, für 6 Monate ins Ausland zu gehen.

    Es muss eben jeder für sich entscheiden, wie er oder sie die Sprachkenntnisse verbessern kann und möchte.

    @Raphael: Danke für die Links.

  8. Slopjong Says:

    @Archimedes: Meiner Meinung nach hast du dir bis vor kurzem keine großen Gedanken drüber gemacht, wie du deine Aussprache oder dein Englisch generell verbessern oder auf einem Level halten kannst. Das soll jetzt keine negative Kritik sein.
    Ich beschäftige mich schon recht lange damit. Nur habe ich bis zur Publizierung meines Blogs mich nicht gewagt an die Öffentlichkeit zu gehen damit, weil ich immer gedacht habe, das Englisch anderer Leute ist viiiiel besser, die sich über mein grottiges Englisch auslachen würden. Das ist natürlich Blödsinn, trotzdem dauert’s noch ne Weile bis mein Englisch auf einem für mich passablen Niveau ist.

  9. Slopjong Says:

    Sorry für die multiplen Kommentare.

    Was ich damit sagen wollte. Wenn man Wege sucht, stolpert man über Sachen, die man sonst nicht entdeckt hätte.

  10. Günther Says:

    Wo Anne gerade Vorlesungen auf Englisch in den Raum wirft… bei fast allen großen Umsonst-Video-Anbietern im Internet (Youtube, Google Video, iTunes(!!)) kriegst Du alle möglichen Vorlesungsmitschnitte namhafter weltweiter Universitäten (Stanford, MIT, …). Da spricht man zwar dann auch nicht aktiv, aber man schnappt doch die ein oder andere Redewendung auf. (Nett sind auch die TED-Talks.)

  11. Archimedes Says:

    @Günther: Yay, das gute alte Telecollege, auf Englisch halt. Da lernt man dann nebenbei auch noch was =)

    @slopjong: hehe, ja, ich geb das ja auch zu, ich hab mir bisher nicht viele Gedanken gemacht und auch nicht wirklich bei Google gesucht (den ersten von Raphaels Treffern findet man sehr schnell), mir ging es ja auch primär um Feedback ;-)
    Insofern ist mein Eintrag von echt mieser Qualität Oo
    [OT: Who cares about multiple posts? :P ]

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